Der Australier Rod Esam zieht mit seiner Frau und zwei Kindern in einem alten Campingbus durch den roten Kontinent. Rod ist ein Newcomer in der Country Musik Szene. Auftritte in den Pubs und Bars von Down Under bescheren ein bescheidenes Einkommen. Eigentlich fährt Rod Bagger und Planierraupen und seine Frau Eveonne arbeitet als Krankenschwester. Die beiden haben ihre Berufe an den Nagel gehängt und sich eine Auszeit gegönnt, dabei widmen sie sich ganz ihrer großen Leidenschaft, der Country Musik.
Die Reise durch Australien ist neben dem Urlaub auch eine riesige Promotion Tour für ihr Musikalbum "Earthmover". Der Filmautor Walter Leven hat die Familie für sechs Wochen mit der Kamera durch Westaustralien begleitet. Die Reise beginnt in Hyden im Südwesten und führt über 3600 Kilometer bis nach Kununurra in die Kimberleys. Eine Fahrt, die vielseitiger und interessanter nicht hätte sein können.
Der Film hat eine Gesamtlänge von 104 Minuten und wird in zwei Teilen präsentiert. Zwischen Teil 1 und 2 gibt es eine Pause von ca. 15 Minuten.
"Auszeit im Outback - Mit der Gitarre durch Australien" ist von der FSK ohne Altersbeschränkung freigegeben.
Die Familie
Da haben wir Rod,
seine Frau Eveonne,
den 10jährigen Daniel,
Der vierzehnjährige Zac gehört auch zur Familie, doch er war bei den Dreharbeiten leider nicht dabei. Er besucht die Highschool und lebt vorrübergehend bei guten Freunden der Esam's.
und den 6 jährigen Jesse.
Die Reise
Die Reise beginnt in Hyden, einer kleinen Gemeinde im Weizengürtel von Südwestaustralien. Der Wave Rock ist hier das Highlight. Wir besuchen das große Familienfest im Ort. Auf der Farm Hydillowah lernen wir viel über die Rinderzucht und sind bei der Vieh- verladung dabei. Samstags steht das erste Football Match der Saison an. Am Abend werden wir Zeugen eines ungewöhnlichen Ironman Wettbewerbes der beiden Football-Teams.
Wave Rock - Hyden
Stopover in Perth
Weiter geht die Reise nach Perth, der Hauptstadt von Westaustralien. Mit ca.1,3 Millionen Menschen leben in Perth ungefähr 70 Prozent der Gesamtbevölkerung Westaustraliens. Eine Metropole mit mediterranem Flair. Die nächste Großstadt Adelaide liegt 2700 Straßenkilometer entfernt. Wir machen noch ein paar Besorgungen im Musikladen. Perth wird die letzte Gelegenheit auf dem Weg nach Norden sein eine preiswerte Auswahl zu finden. Über den Highway Nr.1 passieren wir weiter nördlich Dongara und Geraldton bevor wir Halt an der Shark Bay machen. Der Ort Denham an der Shark Bay ist die am westlichsten gelegene Siedlung Australiens. Jedes Jahr kommen ca.150 000 Besucher.
Perlenfarm in Denham
Neben der Fischerei und dem Tou- rismus bringt auch die Perlenindustrie Geld in die Kassen. Bereits 1860 war Denham das Zentrum des Perlenfangs. 1930 setzte die Weltweite Rezession und die Überfischung der Gewässer dem Geschäft ein Ende. Heute betreibt die Familie Morgan eine Perlenfarm auf einem Ponton mitten in der Redcliff Bay. Sie haben sich auf die Zucht der schwarzen Südseeperle spezialisiert. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Perlenzucht.
Blue Lagoon Pearl Farm
Zu Besuch bei einer Kamelfamilie
Größer kann der Kontrast nicht sein, von den Schätzen des Ozeans zu den Schiffen der Wüste. Das holländische Paar Sandra und Henk arbeitete einst gut bezahlt in der Computerbranche, irgendwann hatten sie die Nase voll und gingen mit Kamelen in den australischen Busch. Heute haben sie eine kleine Kamelfamilie und schaukeln in Denham Touristen auf ihren Wüstenschiffen. Es handelt sich bei den Tieren wohl um die freundlichsten Kamele Australiens. Die Trainingsmethoden von Sandra und Henk sind völlig gewaltfrei, Vertrauen aufbauen heißt ihre Devise. Ein Nachmittag in ihrem Camp hat uns davon voll und ganz überzeugt. Übrigens leben in keinem anderen Land der Erde so viele wilde Kamele wie in Australien.
Sandra und Henk beim satteln
Straßenbauer im Outback
In der Mitte von Nirgendwo treffen wir auf eine Straßenbaustelle. Die letzten Regenfälle haben in Nordwestaustralien großen Schäden an Fahrbahnen und Brücken verursacht. Die Schotterpiste zu einer Rinderstation wurde komplett weggewaschen. Damit die Viehtransporte wieder rollen können muss die Zufahrt so schnell wie möglich wieder hergestellt werden. Beauftragt ist eine Baufirma aus den 400 Kilometern entfernten Port Hedland. Wir schauen den Arbeitern ein wenig über die Schulter.
Straßenbau in der Pilbara
Krokodilkunde mit Malcolm Douglas
Zu Besuch bei Malcolm Douglas
Nordaustralien ist der Lebensraum des Leistenkrokodils. Es ist das größte und gefährlichste Raubtier was der rote Kontinent zu bieten hat. Salties werden sie genannt, weil die Tiere auch im Salzwasser leben können, was aber nicht heißt das man im Süßwasser keine findet. Leistenkrokodile sind auch weit im Inland an Flüssen, Seen und Wasserlöchern zu finden. Ein paar prachtvolle Exemplare gibt es in Broome auf der Krokodilfarm von Malcolm Douglas zu sehen. Wir haben uns mit ihm zu einer Farmtour verabredet. Malcolm betreibt die Farm schon seit 1983. In Deutschland wurde er vor allem durch die Filme "Unterwegs mit Malcolm Douglas bekannt", eine Fernsehserie über seine Abenteuerreisen im australischen Outback. Auf der Farm leben viele Problem Krokodile die in freier Wildbahn eine Gefahr für Mensch und Tier darstellten. Wir bekommen von Malcolm Unterricht in Krokodilkunde.
Diggers Rest Station
Diggers Rest Station, eine Farm von etwas über 4000 Quadratkilometern, das entspricht in etwa der Größe des Ruhrgebiets. Die Arbeiter der Farm nehmen uns mit zum Burramundi angeln. Ganz ungefährlich ist das Fischen an den Flüssen nicht, den hier lebt das Leistenkrokodil. Wie wir uns verhalten müssen haben wir bei Malcolm Douglas gelernt und so wird schon alles gut gehen.Morgens steht Barramundi fischen auf dem Programm. Der Nachmittag gehört den Pferden. Neben Angeltrips und Übernachtung bietet Diggers Rest auch Ausritte zu Pferd an. Bis zu sieben Tage kann man unterwegs sein. Entweder man folgt einfach den Flussläufen oder reitet entlang der alten Viehtriebrouten. Wir hatten gedacht bei unserem Streifzug auf eine brüllende Rinderherde zu stoßen, doch da lagen wir ganz schön daneben. Welche Tiere werden wohl auf Diggers Rest gezüchtet? Lassen Sie sich überraschen....
Diggers Rest Station
Neben anderen Themen kommen auch die grandiosen Landschaften des roten Kontinents nicht zu kurz. Zwischendurch erzählen die Esams in kurzen Interviews immer wieder kleine Anekdoten über ihre ungewöhnliche Reise, aus ihrem Leben und über ihre Musik.
Bis Februar 2010 habe ich meine Reisefilme öffentlich in Kulturzentren und Bürgerhäusern in der Wintersaison präsentiert. Dieses Angebot biete ich nicht mehr an da Aufwand und Ertrag in keiner Relation stehen.
Auf meinen Australien Reisen war ich immer bemüht das Land und die Leute richtig kennen zu lernen. Außer beim campen, hatte ich doch in den meisten Fällen die Gelegenheit bei australischen Familien zu wohnen. Das kann man sehr einfach machen, in dem man nach privaten Bed & Breakfast Unterkünften sucht. Einzelheiten dazu gibt es bei den Touristeninformationen vor Ort, über das Internet sowie in Reiseführern.
Bei mir blieb es in vielen Fällen nicht nur bei der Bekanntschaft auf Bed & Breakfast Basis, es entwickelten sich mit den Jahren gute Freundschaften. Wenn man nun ständig bei den Australiern wohnt erlebt man des Öfteren schon sehr schöne Geschichten.
Es war im Januar 1998. Ich war wieder auf Australien Tour und wohnte auf einer Farm in Quirindi, das ist in New South Wales ca. 345 Kilometer nördlich von Sydney im Hinterland.
An einem Samstagmittag fragte mich der Farmer ob ich zum Country Musik Festival nach Tamworth mitkommen wollte, sie würden sich dort mit Freunden im Pub treffen. Logisch das ich mir das nicht entgehen ließ, und ein paar Stunden später stand ich mitten in Tamworth in einer unglaublichen tollen Atmosphäre. Überall in den Straßen und in den Pubs da standen sie, die Country Musiker mit ihren Gitarren. Mit alten Reisebussen waren sie in die Stadt gekommen, manche mit klapperigen Kombis, andere mir schicken Pick Up’s. Die Stimmung war perfekt. Die Musiker spielten in der Einkaufspassage, ich hörte sie auf der Strasse vor den Geschäften und traf sie in den vielen Pubs. Da habe ich mir gedacht: “Mit einem von denen müsste man mal durch Australien fahren und einen Film drehen“.
Auftritt in Broome
Im Februar 2004 lag ich abends auf meinem Sofa und studierte ein australisches Magazin. „Earthmover goes bush“ lautete die Schlagzeile über einem zweiseitigen Bericht. Der Artikel handelte von einem australischen Planierraupenfahrer der mit seiner Familie in einem alten Campingbus durch den roten Kontinent tingelte. Sie hatten sich eine Auszeit gegönnt und widmeten sich ganz ihre großen Leidenschaft, der Country Musik.
Irgendwie wusste ich sofort, dass sind meine Leute für das Filmprojekt. Unter dem Artikel stand eine Internetadresse, und noch am gleichen Abend ging eine E-Mail mit meinem Filmvorschlag an Rod und seine Familie. Die fielen aus allen Wolken, konnten sich gar nicht vorstellen das sich da jemand aus Deutschland für sie und ihre Musik interessierte. Natürlich hatten die Esam’s unzählige Fragen. Aber nach einigen E-Mails und ein paar Telefonaten war innerhalb einer Woche alles klar.
Bereits sechs Wochen später haben wir in Hyden in Westaustralien mit den Dreharbeiten angefangen.