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Reise: Kangaroo Island - Unterschätztes Pardies
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“Was willst Du denn drei Wochen auf Kangaroo Island?“, fragen mich meine australischen Freunde entsetzt, „Das ist doch in drei Tagen erledigt“. Na klar, ne Rundfahrt im Affenzahn auf der asphaltierten Touristenroute. Immerhin gibt es Leute die ganze Bücher über Kangaroo Island geschrieben haben. Da muss es also doch mehr zu entdecken sein außer SeaL Bay, Remarkable Rocks und Co.
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Zuerst wird mal mein Holden Rodeo aus dem Schuppen geholt und startklar gemacht. Das Teil parkt seit meinem letzten Urlaub bei Freunden in Adelaide. Der Holden, ein Zweiradgetriebener, zwanzig Jahre alter Pick-Up, mit Aluladefläche, Plane und Spriegel, hat schon auf früheren Australienreisen gute Dienste geleistet. Nach einer Woche Akklimatisierung in Adelaide quäle ich mich samt altem Holden etwas untermotorisiert den Berg der Main South Road hinauf. |
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Mein Holden Rodeo |
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Mein Ziel ist die Kangaroo Island Ferry in Cape Jervis. Nach lockeren eineinhalb Stunden Fahrt dirigiert mich ein sonnenbebrillter cooler Mitarbeiter von Sea Link rückwärts in den Katamaran der mich nach Penneshaw bringen wird. “That‘s perfect mate, just pull the handbrake“ ruft mir der Bilderbuchaussie freundlich zu als ich meinen Boliden auf den mir zugewiesenen Platz bugsiert habe. Bis zu 63 Autos passen in den 50 Meter langen Katamaran, doch heute sind es nicht ganz so viele weil noch zwei Lkw Sattelschlepper eingeladen werden. Punkt neun Uhr wird abgelegt, und nach 50 Minuten Fahrt durch die nur 15 km breite Backstairs Passage ist Penneshaw an der Ostküste der Känguruinsel erreicht.
Im Gateway Information Center besorge ich mir einen Inselpass und Campingpermits für die von der Inselverwaltung betriebenen Campgrounds. In Penneshaw konnte man damals noch auf einem Campingplatz übernachten, den gibt es jetzt leider nicht mehr.
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Am nächsten Morgen holpere ich teilweise auf Wellblech-Gravel nach Cape Willoughby, dem östlichsten Punkt von Kangaroo Island. Hier bekommt man einen ersten Geschmack von den 480 grandiosen Küstenkilometern der Insel. An der steilen Felsküste wurde 1852 ein Leuchtturm errichtet den man unter Führung eines Rangers besichtigen kann. Ich stehe ja nicht so auf touristische Führungen, aber da der Eintrittspreis im Inselpass inbegriffen ist und außer mir nur ein Paar aus Melbourne den Turm sehen möchte, (also kein Touristenmassenauflauf) denke ich mir warum eigentlich nicht. Nach ausführlichen Informationen zur Geschichte werfen wir einen Blick in die Wetterstation. Dort werden jede halbe Stunde sämtliche Wetterdaten per Computer erfasst und an das Wetterbüro nach Melbourne geschickt. An der Wand hängen Kalender mit Bildern von extremen Wetterfronten. |
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Cape Willoughby |
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Im Leuchtturm ist natürlich die moderne Technik eingezogen. Das Leuchtfeuer kann man bei klarer Sicht 36 km weit sehen, und sollte mal der Strom ausfallen ist ein Dieselgenerator für mindestens 6 Tage in der Lage ohne Nachschub die Energiezufuhr sicherzustellen. Als zweiter Backup stellen große Batterieblöcke für mindestens drei Tage die Stromversorgung sicher. Das System wird alle drei Monate gewartet.
Die Backstairs Passage ist eine viel befahrene Route für Handelsschiffe die von Süden kommend durch den Golf von St.Vincent den Hafen in Port Adelaide anlaufen. Von Westen nehmen die Schiffe Kurs durch die Investigator Strait vorbei an der Nordküste von Kangaroo Island. Eine Karte im Nebengebäude des Leuchtturms zeigt die Positionen von 69 gesunkenen Schiffen rund um die Insel.
Obwohl mir oben auf dem Leuchtturm vom Wind fast die Hose wegfliegt ist es mir irgendwie zu heiß. Schon kurz nach Mittag steuere ich die Antechamber Bay an und bin total begeistert. Ein ca. fünf km langer Bilderbuchstrand nur ohne Palmen ganz für mich alleine. Ich genieße die Ruhe und Einsamkeit und kann vom seichten Rauschen der Wellen gar nicht genug kriegen. Schon um sechs Uhr bin ich am nächsten Morgen auf den Beinen. Mit einer großen Tasse Kaffee sitze ich am Strand um den Sonnenaufgang über dem Meer nicht zu verpassen. Jawohl hier schaut man Richtung Osten also Sonnenaufgang über dem Meer. Das ist für mich echte Lebensqualität.
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24 km westlich von Penneshaw ist die Dudley Peninsula nur durch eine eineinhalb Kilometer breite Landbrücke mit dem Rest der Insel verbunden. Hier zweigt südlich auch ein Weg zur Pennington Bay ab der sich auf jeden Fall lohnt. Wer schwimmen oder surfen möchte sollte sehr vorsichtig sein, die Strömungen sind gefährlich. Gegenüber der Abzweigung sieht man die Pelican Lagoon, welche man vom Lookout des Mt.Thisby noch viel besser von Oben anschauen kann. |
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Antechamber Bay |
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Ein kurzer Abstecher nach American River. Eine Ansiedlung die direkt an der Lagune liegt, lässt schnell erahnen das sich hier alles ums Angeln dreht. In fast jedem Vorgarten steht ein mehr oder weniger vergammeltes Boot auf einem Anhänger. Hier kann man auch Skipper samt schwimmendem Untersatz für Angeltouren chartern oder sich ganz einfach ein Kanu ausleihen und selbst paddeln.
Mein Ziel für heute ist Murray Lagoon, die größte auf der Insel mit bis zu eintausend Hektar Wasserfläche nach dem Winterregen. Hier sind um die einhundert Vogelarten beheimatet, wobei die schwarzen Schwäne und die Cape Barren Gänse wegen ihrer Vielzahl und Größe auch dem Nichtvogelkundler sofort auffallen. Sehr schön ist der Walking Track über Bald Hill nach Curley Creek (11 km, incl. Rückweg). Der Weg bietet neben schönen Ausblicken auf die Murray Lagoon auch die Möglichkeit ganz nah am Wasser vorbeizulaufen, so dass man Vögel beobachten kann. Birdwatchers Paradise. Nach einer Nacht Camping an der Lagune (Platz beim Ranger Office), bespreche ich nächsten Morgen mit dem zuständigen Ranger meine Wanderpläne entlang des Cape Gantheaume Coastal Track.
Ausgestattet mit dem Ok des Rangers und Camping Permit rumpele ich mal wieder auf Wellblech-Gravel 25 km zur D‘Estrees Bay. Dem Rappeln und Scheppern nach zu urteilen scheint jedes Teil an meinem Auto in Bewegung zu sein. Mich wundert es jedes Mal dass die Karre nicht auseinander fliegt.
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An der D‘Estrees Bay reiht sich ein Beach an den anderen welche sich von verschiedenen Lookouts schön ablichten lassen. Am Wreckers Beach befindet sich das Tinline Riff, wo am 25. November 1853 das Dampfschiff “Osmanli“ auf seiner Reise von Melbourne nach Adelaide auflief. Das Schiff sank nicht sofort sondern blieb noch über zwei Monate aufrecht am Riff hängen. Mehrere Versuche die „Osmanli“ wieder flott zu bekommen schlugen fehl. Am 31. Januar 1854 wurde das Schiff durch ein Unwetter total zerstört. Noch heute kann man beim Rifftauchen ein paar verstreute Reste finden. Wo am Wheatons Beach die Strasse endet beginnt der Cape Gantheaume Coastal Track. Bis zum Cape folgt der Track einer stillgelegten Four Wheel Drive Route, dass sind ca. 35 Kilometer inklusive Rückweg. Dafür möchte ich mir zwei Tage Zeit lassen. |
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Nach einer Nacht Camping am Wreckers Beach kann es am nächsten Morgen losgehen. Das Wetter ist günstig, leicht bewölkt so um die 22 Grad mit leichtem Wind. Der Track zieht sich über leichte Hügel durch niedrige Vegetation immer an der Küste entlang. Die Szenerie wird durch tolle Ausblicke auf einsame Buchten und steile Kliffs bestimmt. Einfach super !! |
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D' Estrees Bay |
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Nach zwei bis drei Stunden laufen fährt mir gehörig der Schreck in die Knochen. Stopp! Sofort fünf Meter zurück ! Eine Schlange liegt auf dem Weg. Ich kann es gar nicht glauben. Normalerweise suchen Schlangen doch sofort da Weite sobald sich Menschen nähern, dass habe ich bis jetzt jedenfalls immer geglaubt. Aus sicherer Entfernung betrachte ich das vermutlich giftige Exemplar, welches sich nach ungefähr einer Minute ganz gemütlich ins Gebüsch schlängelt. |
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Schlange auf dem Weg |
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Am Nachmittag erreiche ich das Cape und mache mich schon mal ein Stück auf den Rückweg weil ich dort einen guten Platz für mein Zelt gesehen habe. Aus einem schönen Sonnenuntergang hoch oben auf dem Kliff wird nichts, starke Bewölkung zieht auf und der Wind pfeift mir mächtig um die Ohren. Nachts höre ich ein paar Regentropfen an mein Zelt klopfen, bevor ich morgens den Rückweg ohne besondere Aufregung antrete.
Weiter nach Westen steht heute eine der größten Attraktionen von Kangaroo Island auf dem Programm. Gemeint ist Seal Bay, da wo die Robben am Strand schnarchen. Alles ist organisiert, der Zugang nur nach Bezahlung mit dem Ranger möglich. Unsere Gruppe besteht nur aus drei Leuten und in 25 Minuten bekommen wir alles Wissenswerte über die Seerobben erklärt.
Sieben Kilometer westlich der Abzweigung zur Seal Bay hat sich die Natur etwas Besonderes einfallen lassen. Mitten im Busch stehen recht große weiße Sanddünen die auf den Namen „Little Sahara“ hören. Es ist mal wieder sehr windig und so finde ich noch Tage später den Sand im meinen Klamotten. Übernachtet wird diesmal auf dem Platz bei Vivonne Bay.
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Seal Bay |
Little Sahara |
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Hanson Bay |
Admirals Arch |
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Ein neuer Tag, Bushwalking steht auf meiner Liste, und zwar auf dem Track von der Kelly Hill Cave zur Hanson Bay. 18 Km samt Rückweg sind zu bewältigen, ein ganzer Tag wird dafür empfohlen. Entlang des Tracks bekommt man von allem etwas geboten. Zuerst fallen mir die großen Yacca Bäume auf, die nur einen Zentimeter pro Jahr wachsen. Dann wunderschöne Pink Gum Trees bevor man auf eine Lagune stößt. Nach ein paar steilen sandigen Passagen erreicht man eine Anhöhe die den Blick auf das Hinterland freigibt.
Bevor es wieder Abwärts geht sind die Kliffs der Hanson Bay in Sichtweite und das Rauschen des Meeres ist deutlich zu hören. Ich denke mir gleich habe ich es geschafft, doch Pustekuchen – von hier ist es noch eine Stunde zu laufen. Nach Überquerung einer großen gerodeten Fläche, die früher mal zur Grassdale Farm gehörte, schlängelt sich der Track am South West River entlang wo es teilweise richtig urwüchsig aussieht, Amazonas lässt grüßen. Zum Schluss sind noch ein paar sanfte Sanddünen zu meistern und es ist geschafft: Die Hanson Bay ! Erst mal ein Bad im kalten Wasser dann ein Picknick am Strand und das Ganze wieder zurück zum Auto.
Im Western KI Caravan Park wird noch mal die Wäsche gewaschen, ordentlich geduscht bevor ich dann in den Flinders Chase National Park aufbreche. Stark besucht ist nur Cape Du Couedic mit Attraktionen wie Leutturm, Admirals Arch und den Remarkable Rocks. Auf der Strecke zur West Bay begegnen mir nur eine Handvoll Autos am Tag. Hier komme ich wieder voll auf meine Kosten beim Bushwalking. Rocky River- Sandy Creek- und Breakneck River Track genieße ich in vollen Zügen. Alle Wege enden am Strand eingerahmt von Kangaroo Island faszinierender Küstenszenerie. Auch im Flinders Chase NP gibt es Camping Möglichkeiten. Ich bleibe jeweils eine Nacht an der Snake Lagoon und an der West Bay. |
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Über die Shakle Road nach Norden und den Playford Highway nach Westen erreiche ich an Nachmittag den Campground bei Harveys Return. Von dort ist der Start des Ravine Des Causoar Tracks nur 6 Km entfernt. Besonders Erwähnenswert sind die Höhlen in den Kliffs an der Mündung des Ravine.
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Am Nachmittag steht die Besichtigung des Leuchtturms auf Cape Borda auf meiner Liste. Bin ich etwa schon Leuchtturmsüchtig? Das Glück ist auf meiner Seite denn ich bin der einzige Besucher auf der Tour. Ranger Dan erklärt mir alles Wissenswerte und zeigt mir auch einen kleinen Lagerschuppen wo früher das Öl für das Leuchtfeuer aufbewahrt worden ist. Die kleine Hütte ist jetzt als Heritage Accomodation für 12 Dollar die Nacht zu mieten (wird wohl heute etwas |
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teurer sein). Das ist es doch! , fährt es mir durch den Kopf, eine Nacht am alten Leuchtturm im Lagerschuppen pennen. Am nächsten Tag ziehe ich ein in die "Woodward Hut" von ca. 9 Quadratmeter Grundfläche. Durch das einzige 30 mal 40 Zentimeter große Fenster kann ich den Leutturn sehen und habe natürlich Ocean View. Ich genieße die Stille bekomme hoch oben auf dem Kliff einen schönen Sonnenuntergang geboten. Das Leuchtfeuer dreht unter klarem |
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Cape Borda |
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Sternenhimmel seine Runden. Ranger Dan registriert um 21 Uhr die letzten Wetterdaten für heute. Er erklärt mir die Leuchtfeuerpositionen in der Investigator Strait die wir in einiger Entfernung sehen können. Der Wind bläst eine kräftige Brise von Westen, ich ziehe mir einen Pullover über und sitze noch bis Mitternacht auf der Bank unter dem alten Leuchtturm von Cape Borda.
Als nächsten Stop habe ich mir die Western Cove ausgesucht wo ich auf Allan, Ivo und Jack treffe, drei urige Australier so um die sechzig, die in einem uralten Riesenkombi unterwegs sind. Um ehrlich zu sein, die drei sehen ziemlich heruntergekommen aus, sind aber wahnsinnig nett und laden mich sofort auf einen Kaffee ein. Allan wäscht mit zwei Fingern unter einem Wasserkanister die Tasse aus, ein wenig ausschütteln, zur provisorischen Nachreinigung dreimal am Hemd vorbeiziehen, und schon gibt es Kaffee. Die drei ziehen durch Australien, machen Gelegenheitsjobs und bleiben ein Weilchen wo es schön ist. Sie besitzen nur wenig, wirken so zufrieden und haben immer Spaß. Jack hat Fische gefangen, ich steuere noch Kartoffel, Zwiebel und Dosengemüse dazu und schon brutzeln wir ein tolles Abendessen. Bis spät in die Nacht erzählen wir noch Geschichten. Was für interessante Leute.
Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege schon wieder. Die Aussies wollen zur Südküste und ich mache mich an der Nordküste Richtung Osten auf den Weg. An der Stokes Bay war die Natur gleich zwei Mal kreativ. Zum Ersten führt der Zugang zum Strand durch tunnelähnliche aufeinander liegende Felsbrocken. Und zum Zweiten hat der Strand einen natürlichen Pool gesäumt mit kleinen Felsen zu bieten, da lässt sich sicher drin schwimmen. In der restlichen Bucht sind gefährliche Unterwasserströmungen.
Nach den ganzen tollen Kliffs, Buchten und Stränden haut einen Emu Bay und die Nepean Bay in Kingscote nicht mehr vom Hocker. Ich bin schon zu verwöhnt.
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Gleich hinter Cygnet River biege ich zur Duck Lagoon ab wo ich der einzige Besucher heute Morgen bin. In den Bäumen kann ich drei Koalas entdecken die 18 Stunden Schlaf am Tag benötigen. Die restliche Zeit verbringen sie mit fressen, was für ein Leben.
An der Duck Lagoon stand früher eine Farm. Man hatte sich darauf spezialisiert Eukalyptusöl zu gewinnen. Die alte Destillieranlage, oder das was |
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davon übrig geblieben ist kann dort besichtigt werden. Der Wind zerrt an losen Wellblechteilen halb verfallener Farmgebäude. Manche Schuppen sind schon komplett eingestürzt, ein paar Autowracks rosten um die Wette. Hier liegt ein Stück von einer Achse, dort ein alter Motorblock. Wäre da nicht die Lagune mit ihren Wasservögeln könnte glatt Geisterstadtstimmung aufkommen. Eine Hinweistafel erläutert das Chaos. |
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Duck Lagoon |
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Nach einem kurzen Check der Reisekasse beschließe ich mir einen krönenden Abschluss meiner Reise zu gönnen. Für 250 Dollar miete ich mir ein Flugzeug samt Pilot für eine Stunde. Dazu bin ich Sonntagmorgen mit Dave Halloran, ca 15 Km südwestlich von Parndana verabredet. „Oh, you’re early“ grinst Dave und krempelt sich seine Ärmel hoch.“Do you like a cup of tea“ ist Dave’s erste Frage. Erst jetzt bemerke ich dass ich mitten in sein Frühstück geplatzt bin. Egal, ich bekommen meinen Tee, soll mich doch bitteschön dazu setzten und wir schwatzen drauf los. Dave ist ein richtiger „Charactertyp“. Er ist Buschpilot, Truck und Bulldozerfahrer, Feuerwehrmann und Farmer, einfach ein „real Aussie“. Nach 20 Minuten Smaltalk marschieren wir zum Flugzeug. Alles noch mal durchchecken, ich bekomme Kopfhörer aufgesetzt, und ab geht es zur Startbahn die sich als gemähter Streifen auf einer stillgelegten Schafweide entpuppt. In Null Komma Nichts sind wir in der Luft und nehmen Kurs nach Süden zur Seal Bay. Dann immer nach Westen der Küste entlang. Einfach unglaublich diese phantastische Szenerie. Der Flug ist sehr rumpelig, so ist es schwer Fotos zu machen. Auch mein Magen findet das nicht so toll. Am Cape Du Couedic fliegt Dave eine enge Kurve und die Maschine tanzt hin und her, hoch und runter, ooohh schei….
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Dave hat Riesenspaß und offensichtlich auch alles unter Kontrolle. Immer wieder höre ich sein „oj“ und „ups“ in meinem Kopfhörer. „You’re all right?“ tönt es zu mir rüber, „Yes just“ kriege ich noch heraus. Zu meiner Rechten liegt das Grün des Flinders Chase National Park. Jetzt sieht man erst einmal wie groß die Insel eigentlich ist. Kangaroo Island ist die drittgrößte Insel Australiens mit 155 Km Länge und 55 Km Breite. |
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Rundflug |
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Die nächst größere Insel von Down Under ist Melville Island und dann kommt Tasmanien. Über der West und Nordküste fliegt es sich halbwegs gut, dann dreht Dave noch eine Steilkurve über dem Rockpool an der Stokes Bay. Nun passiert es doch, auf dem letzten Stück Flug nach Parndana muss ich mir das Frühstück noch mal durch den Kopf gehen lassen. Dave schmunzelt sich einen. Wieder festen Boden unter den Füssen stellt Dave mir zwei Kumpels vor die auf einen Kaffee vorbei gekommen sind. Nach einer Stunde Schwätzchen über Buschfeuer, Angeln, Trucks und Geländewagen trete ich den Rückweg nach Penneshaw an. Noch zwei Tage relaxen am Strand dann bringt mich die Fähre wieder nach Cape Jervis.
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© 2009 - 2012 Walter Leven
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