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Reise: In der Pilbara - Straßenbauer im Outback
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Die Tiefstehende Sonne wirft ihre Strahlen glitzernd auf die Wasseroberfläche des Robe River. Wir haben es uns mit einem kleinen Lagerfeuer am Ufer gemütlich gemacht, genießen den ausklingenden Tag. Ich bin mit dem australischen Countrymusiker Rod Esam samt Familie in Westaustralien unterwegs. Rod ist auf großer Tour durch Down Under ich habe mich für sechs Wochen mit meiner Filmkamera an seine Fersen geheftet, wir wollen eine Dokumentation drehen.
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Heute haben wir von Exmouth kommend 360 Kilometer geschafft. Unser Camp liegt auf einem „24 Stunden Stopping Area“ am Highway Nr.1, das sind Rastplätze wo man als Reisender auch offiziell übernachten darf. Meistens sind diese Locations auch mit einem Plumpsklo ausgestattet, unser Camp hat keins, es wurde beim letzten Hochwasser weggespült. Im Gebüsch sieht es noch ein wenig wüst aus, unglaublich welche Wasserkraft dahinter gesteckt haben muss. |
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Sonnenuntergang am Robe River |
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Plötzlich wird unsere Sonnenuntergangsidylle gestört. Ein LKW-Sattelschlepper kommt auf den Platz gefahren dreht eine große Kurve um direkt an das Flussufer heran zu fahren. Es ist ein Wassertanker. Mit riesigem Getöse wirft der Fahrer eine große Pumpe an und füllt den 33000 Liter Tank des LKW mit Flusswasser. Rod sagt zu mir, „Die bauen hier irgendwo eine Straße, das ist ein Wasserwagen der Baukolonne“, er muss es wissen denn Rod hat selbst viele Jahre im Straßenbau gearbeitet. Dieses Thema hatte ich mir auch auf meinen Drehplan für den Film geschrieben. Ich wollte wenn es möglich ist auf unserer Reise auch einmal den Straßenbauarbeitern im Outback über die Schulter schauen. Der Wasserwagen der Baukolonne wäre vielleicht der Schlüssel dazu. |
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Rod und ich schlendern mit einer Bierdose in der Hand hinüber zum LKW Fahrer um „Hallo“ zu sagen. Der begrüßt uns auch wie gewohnt sehr freundlich auf dieser unnachahmlichen australischen Art als würden wir uns schon ewig kennen. Wir kommen ins Gespräch und erfahren dass fünf Kilometer entfernt die Schotterpiste zu einer der riesigen Farmen erneuert wird. Craig, so heißt der Trucker ist begeistert von meinen Filmplänen und möchte mir helfen. Sofort geht er ans Funkgerät und erzählt die Geschichte seinem Chef. Der hat erst noch ein paar Fragen, dann ist alles klar ich darf am nächsten Tag auf der Baustelle filmen. Craig wird uns morgen früh vom Rastplatz aus hinführen wenn er wieder seinen LKW befüllt.
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Die Nacht ist erstaunlich ruhig obwohl uns nur etwa 100 Meter vom Highway trennen. Die Roadtrains fahren rund um die Uhr und können manchmal ganz schön laut sein, besonders wenn man an solche Geräusche nicht gewöhnt ist. Gegen 9 Uhr erscheint Craig mit seinem Tanker zum Wasser bunkern. Als der Laster gefüllt ist und bereit für die Abfahrt, steige ich gleich zu Craig in den LKW, damit ich auch aus dem Truck heraus ein paar Fahrszenen filmen kann, Rod fährt mit meinen |
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Geländewagen hinterher. Eveonne, die Frau von Rod; kommt mit dem Campingbus der Familie nach. Auf halber Strecke zur Baustelle wechsele ich zu Rod in den Geländewagen, er fährt leicht versetzt vor dem Truck auf der Gegenfahrbahn, so bekomme ich super Filmaufnahmen von dem fahrenden LKW. Craig verbraucht im Durchschnitt täglich sechs Wagenladungen Wasser, bei 33000 Liter Tankvolumen macht das 198000 Liter pro Tag. |
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Wasserwagen im Einsatz |
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Auf der Baustelle begrüßt uns Brad Young, er ist der Boss der gleichnamigen Baufirma. Straßenbau hat in der Familie eine lange Tradition. Heute arbeiten 14 Mitarbeiter mit wirklich modernstem Gerät. Brad erklärt dass er die Maschinen nach 2000 Arbeitsstunden austauscht, das spart Reparaturkosten und so lässt sich effektiv und zuverlässig arbeiten. Pannen kann er sich hier im Outback nicht leisten, die Wege für die Ersatzteilbeschaffung sind lang, in |
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Rod Esam (l.), Brad Young (r.) |
diesem Fall liegt die nächste Stadt |
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(Port Hedland) 500 Kilometer entfernt. Brad ist sichtlich stolz uns seine Arbeit zeigen zu können. Dieses Phänomen ist mir übrigens sehr oft in Australien aufgefallen, da wird nicht gemeckert und gejammert, man packt richtig an und ist stolz auf das was man macht. Ich beobachte aufmerksam das Treiben auf der Baustelle, versuche immer gute Filmaufnahmen „in den Kasten“ zu bekommen. Brad geht an sein Funkgerät und dirigiert den Grader in meine Richtung. |
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Straßenschäden nach Unwetter |
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Darauf scherzt der Fahrer zurück er müsse erst noch für die Kamera seine Frisur kämmen. Der Grader Fahrer ist so etwas wie der Vorarbeiter auf der Baustelle er bestimmt wer wo etwas macht und dirigiert die Sattelschlepper mit dem Straßenbaumaterial zu den richtigen Abkippstellen. Anschließend verteilt der Grader die Erde, der Wasserwagen befeuchtet das Ganze und der Grader schiebt alles hin und her damit es gut durchgemixt wird. Anschließend fährt die Walze darüber. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt bis der Straßenbelag die richtige Festigkeit erreicht hat. Das Material für die Gravel Roads, so nennt man die Schotterstraßen, kommt aus einer Grube ein paar Kilometer entfernt von hier. Die Erde muss einen bestimmten Prozentsatz von Ton, Sand und kleinen Steinen haben, dann ist sie für die Outbackpisten geeignet. Außer Wasser wird dem Material nichts mehr hinzu gemischt.
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Rod’s Kinder, Jesse (6) und Daniel (10), würden natürlich gerne auf der Baustelle rumlaufen und im Dreck spielen. Doch keine Chance, eine Straßenbaustelle ist kein Kinderspielplatz, so sitzen sie mit ihrer Mutter an Rande der Baustelle im Campingbus und erledigen Schulaufgaben im Rahmen des Programms ihrer Fernschule.
Die Gravel Road die Brad mit seinen Leuten repariert führt zu einer Station, so nennt man hier eine große Farm. Vor ein paar Wochen ist hier der Zyklon Monty durchgefegt und hat großen Schaden angerichtet. Der Robe River ist über die Ufer getreten und hat die ganze Straße weggespült. Nun muss die Zufahrt zur Station schnell wieder hergestellt werden damit die Viehtransporte wieder rollen können. Zuständig für die Kosten der Straßenreparatur ist in diesem Fall die Kreisverwaltung. |
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Mittlerweile ist es schon 13 Uhr, so langsam müssen wir uns weiter auf den Weg nach Norden machen. Per Funkgerät wünschen uns die Arbeiter der Baustelle eine gute Reise, zwei von ihnen halten noch kurz bei uns und kaufen Rod jeweils eine CD seines Musikalbums ab (zur Erinnerung, er ist Country Musiker). Dann sind wir auch schon wieder auf dem Highway, rollen wieder Richtung Norden, geprägt von völlig neuen Eindrücken über die Straßenbauer im Outback.
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Letztes Update von "Walter-in-Australien.de": Freiag den 5. Januar 2012 15.25 Uhr ACST (Australian Central Standard Time)
© 2009 - 2012 Walter Leven
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